Klimawandel in der Primärversorgung

„Der Klimawandel ist die größte Bedrohung für die globale Gesundheit im 21.Jhd – Hausärzt*innen sind gefragt!“ – so fasst die DEGAM die Bedeutung der Klimakrise im Titel ihres Positionspapier 2020 zusammen.

In der Primärversorgung sind wir zunehmend an vorderster Front mit den Folgen der Veränderung der globalen Umweltbedingungen konfrontiert. Neben den direkten Auswirkungen wie Hitze und anderen Extremwetterereignisse sind insbesondere indirekte Folgen wie die Zunahme von Allergien und respiratorischen Erkrankungen, Infektionserkrankungen (insb. durch Verbreitung und Vermehrung (neuer) Vektoren) sowie die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit für den Berufsalltag in der Allgemeinmedizin von Bedeutung.

Gleichzeitig tragen wir in der Patientenversorgung zum Ausstoß von Treibhausgasen und somit zum Klimawandel bei. Der Gesundheitssektor verursachte 2014 in Österreich 7% des nationalen CO2-Fußabdrucks und lag damit über dem Durchschnitt anderer OECD Länder. Unter allen Dienstleistungssektoren ist der Gesundheitssektor im Median der OECD Länder der größte Verursacher von CO2-Emissionen (Weisz, U. et al. HealthFootprint 2019)

Mit Lebensstilveränderungen wie aktiver Mobilität und Ernährungsumstellung aber insbesondere auch durch die Vermeidung von Übermedikation und Überdiagnostik können nicht nur Treibhausgase eingespart, sondern auch die Gesundheit unserer Patienten gefördert werden. Jede Klimaschutzmaßnahme ist somit auch eine Gesundheitsförderungsmaßnahme!

Was können wir in der Hausarztpraxis gegen den Klimawandel tun und wie können wir uns anpassen?

Ausgewählte Aspekte dieses Spannungsfeldes Krankheitslast – ökologischer Fußabdruck – Co-Benefits werden im Workshop anhand praktischer Beispiele (beispielsweise Hitzeberatung/-prävention bei Patient*innen) erarbeitet.

Ort: S2.42 Datum: 24. September 2022 Zeit: 16:30 - 18:00 Johanna Schauer-Berg Andrea Stitzel